kw 25/16

16-06-25-kw25

gemacht: durchgehalten
gelesen: Herz der Finsternis von Joseph Conrad
gesehen: Fußball (eine Menge davon)
gehört: HR1
gesagt: Du kannst das!!!
gegessen: Flammkuchen in netter Gesellschaft
getrunken: noch mehr Kaffee
gesucht: neue Turnschuhe
gefunden: neue Bücherfreunde
gelernt: manchmal gibt’s ein Sternchen für bloßes Überleben
gefreut über: schöne Verabredungen
geträumt von: azurblauem Meer und weißem Sandstrand
gelacht über: viele kleine Dinge
verliebt in: nächtliches Gewitter

sommerleseliste

16-06-25-Sommerleseliste

Im letzten Post hatte ich bereits erwähnt, dass die schönen Dinge des Lebens in letzter Zeit zu kurz gekommen sind. Auch meine Bücherfreunde saßen kläglich verlassen auf den Regalbrettern und warteten darauf, dass ich sie herausnehme und sie für eine unbestimmte Zeit vom Bett zur Couch trage, in Handtaschen und Rucksäcken überall mit hinnehme, damit ich nicht ganz alleine an einem Bahnhof sitze und auf den Zug warte.
Ich habe das Lesen vermisst. Bücher waren immer mein Zufluchtsort, wenn mir die Welt zu hektisch wurde oder durcheinander geraten war. Mit einem Buch konnte man sich herrlich irgendwo verkriechen und einfach für ein paar Stunden nicht da sein. Für eine kurze Zeit in einer anderen Welt verweilen, weg von dieser.
In den letzten Wochen habe ich sehr viel darüber nachgedacht, was mir früher geholfen hat die Hektik des Alltags und den Stress zu bewältigen und vergessen zu lassen. Was ich gemacht habe, um einen ruhigen Gegenpol zu schaffen. Lesen war definitiv ein elementarer Bestandteil meines Lebens und ich habe vor die Bücher wieder zurück in mein Leben zu holen. Deshalb habe ich mir diese 11 Bücher ausgesucht, die ich über den Sommer lesen will. Bücher auf die ich schon lange Lust habe und die mir die Freude am Lesen zurück geben werden, da bin ich sicher.

  • Virginia Woolf – Ein Zimmer für sich allein
  • Daniel Kehlmann – Ich und Kaminski
  • Eugen Ruge – In Zeiten des abnehmenden Lichts
  • Vea Kaiser – Blasmusikpop
  • Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels
  • Carlos Ruiz Zafón – Der Gefangene des Himmels
  • Kazuo Ishiguro – Alles, was wir geben mussten
  • Sibylle Berg – Vielen Dank für das Leben
  • Haruki Murakami – Südlich der Grenze, westlich der Sonne
  • Dörte Hansen – Altes Land
  • Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren

Was lest ihr über den Sommer? Und was hilft euch in hektischen Zeiten beim Abschalten?
Lasst es euch gut gehen

kw 23/16

16-06-kw23

gemacht: geschlafen, wann immer ich konnte
gelesen: Lernstandards für die Vorklasse
gesehen: The Mentalist
gehört: HR1
gesagt: Alles wird gut
gegessen: Marzipancroissant (Highlight der Woche)
getrunken: viel zu viel Kaffee
gesucht: Mut
gefunden: Herausforderungen
gelernt: es ist nicht immer alles Glamour
gefreut über: Birki Wetter/ EM Beginn
geträumt von: einem richtigen Roadtrip
gelacht über: “Waas? Das Eis ist gar nicht mehr im Angebot?”
verliebt in: das Vogelgezwitscher morgens vorm Fenster

wieder da

16-06-neuanfang
Es gibt im Leben diese Zeiten, in denen man vor Motivation und Inspiration nur so sprudelt. Man springt morgens aus dem Bett und möchte die ganze Welt erobern. Jetzt sofort. Alles erscheint möglich, alles erscheint zu schaffen. Nichts könnte einen aufhalten.
Und dann gibt es das genaue Gegenteil. Die Tage, an denen man sich morgens die Decke noch einmal über den Kopf zieht, um diese fünf Minuten so zu tun, als müsste man nicht aufstehen. Tage, an denen man sich beim Aufstehen schon darauf freut wieder ins Bett zu gehen.

Leider haben sich in den letzten Wochen und Monaten die zweiten gehäuft. Zwei zusätzliche neue Jobs, neue Verantwortungen, neue Menschen, neue Sorgen, viele Veränderungen und viel zu viele Gedanken, die in einem unsortierten Chaos durch meinen Kopf schwirren. Jeden Tag muss etwas vorbereitet werden, jeden Tag etwas neues machen, was man noch nie gemacht hat. Das ist nicht immer leicht und das macht auch nicht immer Spaß. An manchen Tagen ist es einfach zu viel.
Über all dem ist es leicht zu vergessen, was man gerne macht im Leben. Die Hobbys, die freiwilligen Aktivitäten, Freizeit und Freunde. Das sind die Dinge, bei denen man als erstes Abstriche macht. Aber das Leben besteht nicht nur aus Arbeit und Verantwortung. Es sollte Spaß machen und man sollte sich Zeit nehmen für die Dinge, die man gerne macht. Für Sport, Bücher, Kaffee mit Freunden und für diesen Blog.
Und nachdem ich einen riesigen Bogen gemacht habe, komme ich zum eigentlichen Punkt. Ich habe es vermisst. Vermisst zu schreiben, von Dingen zu erzählen. Und das mache ich jetzt wieder, weil es mir Spaß macht und mein Herz dabei hüpft. Es wird vielleicht ein wenig holperig sein am Anfang, aber es geht weiter hier, mit dem Blog und mit mir. Weil ich mich selbst nicht mehr hinten anstellen möchte. Und weil ich weiß, dass es zumindest zwei drei Leute gibt, die hier treu vorbei schauen, obwohl seit März nichts passiert ist. Und die mich fragen, ob ich noch weiter mache und wann es wieder was von mir gibt. Die mir mit ihrem Rat zur Seite stehen. Dafür danke ich euch von ganzem Herzen!

(books) still alice

16-02-stillalice

Alice ist fünfzig. Sie ist Professorin für Linguistik in Harvard, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Sie reist viel und hält Vorträge über ihre Forschung in der ganzen Welt. Erst entfällt ihr ein Wort, dann weiß sie nicht mehr, was Punkte auf ihrer ToDo Liste bedeuten sollen und dann verläuft sie sich vor ihrer eigenen Haustür. Beim Arzt bekommt sie die erschütternde Diagnose Alzheimer.
In Still Alice geht es darum was bleibt, wenn einem die eigene Erinnerung an Ereignisse und das Wissen immer mehr entgleiten. Es ist ein sehr berührendes Buch, welches trotz des schwierigen Themas leicht zu lesen ist. Welches aber auch viele Fragen aufwirft, die nicht einfach so zu beantworten sind.
Wie sollte man mit Jemandem umgehen, der an Alzheimer erkrankt ist? Sollte man ihn erinnern oder akzeptieren, dass er/sie sich nicht erinnert? Wieviel und was kann ein Mensch mit Alzheimer noch selbst entscheiden? Und wo sind die Grenzen? Was bleibt, wenn die Erinnerung geht?
Durch Alices Mann und ihre Kinder bekommt man einen guten Einblick in den unterschiedlichen Umgang mit Alice und die verschiedenen Sichtweisen zu diesen Fragen.
Erwähnenswert ist auch der Schreibstil, welcher zu Beginn sehr dicht und detailliert ist und gegen Ende des Buches immer lückenhafter wird und große Zeitsprünge macht. Die Krankheit auch auf diese Weise sichtbar zu mache, finde ich persönlich sehr gelungen.
_________________________________________

LISA GENOVA – STILL ALICE. MEIN LEBEN OHNE GESTERN
Bastei Lübbe, 2015
OT: Still Alice
316 Seiten

vom krank sein

15-02-14-kranksein
Die letzten Wochen war ich dauernd krank. Erst hat es mich Ende Januar umgehauen, nachdem ich nass und mit kalten Füßen 45 Minuten auf den Bus warten musste. Ich wurde erstmal krank geschrieben und habe eine komplette Woche im Bett gelegen und Tee getrunken. Normalerweise bin ich nach zwei Tagen wieder auf den Beinen, diesmal ging es mir nach zwei Tagen nur noch schlechter. Darauf folgte eine gesunde Woche mit arbeiten, Museum und einem Ausflug nach Hamburg, alles kein Problem. Pünktlich zum Faschingswochenende lag ich dann wieder flach. Diesmal mit Husten und richtig Fieber.
In der Zusammenfassung macht das gefühlte 253 Liter Tee, drei Tonnen Orangen und Äpfel, mehrere riesen Töpfe mit Suppe und zwei Gläser Honig. Ich war in den letzten drei Wochen wenig draußen, noch weniger arbeiten und gar nicht beim Sport. Ihr seht, es läuft bei mir. Rückwärts und bergab, aber läuft.
Und da ich jetzt sowas wie ein Experte fürs Kranksein bin, hier ein paar Tips, was hilft:

  • Thymian-Tee
    Bei einer Grippe ist Tee das Erste wonach ich greife. Ganz nach klassischer Familientradition gibt es bei mir immer Thymian-Tee mit Honig. Weil meine Mama den immer für mich gemacht hat. Und weil Thymian antibakteriell und entzündungshemmend wirkt. Neben den normalen Erkältungssymptomen hilft er auch bei Husten. Für mich das absolute Wunderkraut. Einfach ein paar Zweige mit heißem Wasser übergießen und 10-15 Minuten ziehen lassen.
  • Obst und Gemüse
    Jedes Kind weiß, dass Vitamin C wichtig für die Gesundheit ist. Also muss bei einer Grippe Obst und Gemüse her. Orangen und Äpfel sind ein guter Anfang. Aber auch Kohl, Spinat und Paprika haben einen hohen Anteil an Vitamin C.
  • Suppe
    Keine Erkältung ohne Suppe. Der Klassiker ist natürlich die selbstgekochte Hühnersuppe mit Buchstabennudeln. Aber auch eine gute Gemüsesuppe hilft. Warum Suppe so gut ist? Genau kann man das nicht sagen. Sicher ist, dass der Dampf die Schleimhäute befeuchtet, die Wärme dem Körper gut tut und Suppe ein super Flüssigkeits- und Vitaminlieferant ist.
  • Die geheime Superpower
    Meine persönliche Wunderwaffe gegen Erkältung und auch zur Vorbeugung: Ingwerwasser mit Orange. Schmeckt nicht nur gut, sondern vereint auch zwei wirksame Mittel zur Unterstützung des Immunsystems. Ingwer ist ja so etwas wie die Wunderwaffe schlechthin gegen Erkältungskrankheiten. Mittlerweile ist Ingwer-Orange zu meinem morgendlichen Ritual geworden. Abends trinke ich dann eine Golden Milk. Es hört sich verrückt an, aber ich glaube, dass mir diese beiden Getränke wirklich helfen mein Immunsystem wieder auf Vordermann zu bringen. Die Rezepte dazu gibt es in den nächsten Tagen hier.
  • Frische Luft/ Luftfeuchtigkeit
    Sobald man sich besser fühlt, sollte man bei gutem Wetter unbedingt das Haus verlassen. Warm eingepackt tut so ein kleiner Spaziergang um den Block wirklich gut. Die Sonne hilft uns Vitamin D zu produzieren und das brauchen wir, um das Immunsystem zum Kampf gegen die Bazillen zu wappnen. Dazu befeuchtet die frische Luft die Schleimhäute. Wenn draußen keine Sonne in Sicht ist und es Bindfäden regnet, sollte man zumindest regelmäßig lüften und dafür sorgen, dass der Raum ausreichend Luftfeuchtigkeit hat. Hier helfen schon Wasserschalen auf der Heizung.
  • Feuchtigkeit
    Ich vergesse immer wieder, wie sehr so eine Erkältung einen austrocknen kann. Am deutlichsten zeigt sich das bei mir immer an den Händen und Lippen. Die werden schnell trocken und spröde. Neben viel Tee und Wasser hilft der Haut auch öfter Mal ein ordentlicher Klecks Creme.
  • Schlaf
    Muss ich dazu was sagen? Der Körper braucht genug Schlaf. Eigentlich immer, aber wenn man krank ist noch mehr. Dat hat was mit dem Stresshormon Cortisol zu tun, das das Immunsystem schwächt und das während dem Schlaf nur reduziert im Körper unterwegs ist. Weißte Bescheid….viel Schlafen!

Und ihr? Wie kommt ihr gesund durch die kalte Jahreszeit?
Und was tut ihr, wenn es euch doch mal erwischt?
Ich wünsche euch einen schönen und hoffentlich gesunden Sonntag.
Eure Nina

(books) Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Das Leben war ganz anders, wenn man sich zu Fuß darin bewegte.

15-11-14-HaroldFry

Als Harold Fry einen Brief von seiner früheren Kollegin Queenie Hennessy bekommt, will er eigentlich nur seinen Antwortbrief in den Briefkasten werfen. Aber Queenie liegt im Sterben und Harold läuft einfach weiter, am Briefkasten vorbei, aus dem Ort und die ganzen 1000 Kilometer bis zu Queenies Hospitz. Er läuft für Queenie, für seine große Liebe Maureen, für seinen Sohn. Während seiner Wanderung trifft er viele Menschen, manche helfen ihm, andere wollen sich nur an seiner Bekanntheit bereichern. Die Wanderung ist nicht leicht, denn Harold ist nicht mehr der Jüngste. Aber er steht jeden Morgen auf und läuft weiter. Trotz der Blasen an den Füßen, den Schweißausbrüchen und den müden Knochen.
Ein wundervolles Buch über Freundschaft, Liebe, Einsamkeit, Mut und tiefe Verbundenheit.

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry hat mich sehr bewegt.
Ich habe viel gelacht und geweint, ich war wütend und dann wieder sehr beglückt. Harold ist ein wunderbarer Charakter. Ich habe mich ihm immer verbunden gefühlt. Egal wie unwahrscheinlich und verrückt sein Plan war, ich war immer auf seiner Seite. Ich habe immer an ihn geglaubt. Aber auch Maureen und der hilfsbereite Nachbar Rex haben nach anfänglicher Zurückhaltung und Misstrauen im Sturm mein Herz erobert.
Zu sehen, wie Harold und Maureen über die Seiten des Buches und durch Harolds Wanderung immer mehr zurück zu sich selbst finden, hat mich sehr glücklich gemach.
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harol Fry ist ein Buch, das mich noch lange im Herzen begleiten wird.
_______________________________________

RACHEL JOYCE – DIE UNWAHRSCHEINLICHE PILGERREISE DES HAROLD FRY
Fischer Verlag, 2015 (11. Auflage)
OT: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry
378 Seiten

auf geht’s

16-01-11-NewYear
Ein neues Jahr, ein neuer Versuch.
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich mag Pläne für das neue Jahr machen. Einige werden jetzt entsetzt aufschreien, weil sie Vorsätze für Schwachsinn halten. Weil sie sagen man kann jeder Zeit und überall damit beginnen es besser zu machen. Da stimme ich auch vollkommen zu, aber ich mag Pläne und Ziele. Und ich glaube, dass Ziele wichtig sind, damit man weiter kommt, sofern man das denn möchte. Der Beginn eines neuen Jahres ist der perfekte Zeitpunkt zu starten, zumindest für mich.
Meine Ziele sind ganz unterschiedlich. Vom sehr vage formulierten fitter werden bis zum sehr genauen 36 Bücher lesen, ist alles dabei. Kleinigkeiten wie täglich das Bett machen und 10 Minuten Sachen wegräumen, für mich schwierigeres wie regelmäßig zum Sport gehen und einmalig alles entrümpeln haben es auf die Liste geschafft. Dabei bin ich die einzelnen Bereiche meines Lebens durchgegangen und habe geschaut, wo gibt es Verbesserungsbedarf und wie kann das aussehen. Dabei kam auch gleich mein Hauptziel für dieses Jahr zum Einsatz: realistisch Planen.

Das mit dem realistischen Planen ist nicht so ganz meins. Da muss ich viel lernen und mich immer wieder darin üben nicht gleich alles auf einmal und am besten gleichzeitig machen zu wollen. Deshalb habe ich realistisch Planen zu einer Art Motto für alle meine andere Pläne gemacht. Damit ich nicht wie letztes Jahr am 1. Dezember schon merke, dass meine Kraftressourcen völlig überstrapaziert sind und ich den Überblick verloren habe. Und damit ich Pausen mache und Dinge in meinen Alltag zurück hole, die ich gerne mache. Wie lesen und schreiben, Klavier spielen und backen, mit Freunden Zeit verbringen und ein Nickerchen machen.

Ich sehe meine Ziele auch nicht so streng. Für mich ist es wichtig Schritte in die richtige Richtung zu machen und nicht schnell dort anzukommen. Deshalb sehe ich es als Erfolg, wenn ich einmal die Woche Yoga mache und ins Fitnessstudio gehe, wenn ich mein Bett an 90% der Tage mache, wenn ich mich hier regelmäßig blicken lasse. Wenn man immer einen kleinen Schritt nach dem anderen tut, kommt man am Ende auch an.

Wie ist das bei euch? Habt ihr Pläne geschmiedet, oder findet ihr Pläne zum neuen Jahr doof?
Oder feilt ihr gar an euren Plänen und seid einen großen Teil des Weges zu besseren Angewohnheiten schon gegangen?

Ein tolles Jahr 2016
Eure Nina

von angst und mut

15-12-15-Hoffnung

“You can have fear or you can have faith.”

Diesen Spruch habe ich vor ein paar Wochen auf Instagram gelesen und er ging mir tagelang nicht aus dem Kopf. Ich habe dauernd an ihn denken müssen und irgendwann wurde mir klar, dass er mich richtig geärgert hat. Nicht nur, weil ich diese Entweder-Oder-Einstellung nicht mag, sondern weil er einfach nicht stimmt. Es gibt nicht Angst oder Hoffnung. Viele Menschen haben Angst, jeden Tag. Sie haben Angst zu fliegen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, an Krankheiten zu sterben, alleine zu sein. Aber genau diese Menschen haben auch Hoffnung. Sie hoffen, dass es besser wird, dass die Angst irgendwann weniger wird oder gar verschwindet. Und so stellen sie sich jeden Tag aufs neue ihren Ängsten, verlassen das Haus, steigen in den Zug, führen wichtige Gespräche, halten Vorträge, stellen sich unangenehmen Situationen. Ihre Ängste können ganz verschieden sein. Was für den einen keine große Sache ist, ist für den nächsten der wahre Horror (ich sag nur Spinnen, Dunkelheit, Menschenaufläufe, Bakterien). Sich diesen Ängsten zu stellen, finde ich sehr mutig. Denn Mut bedeutet für mich nicht, dass man loszieht und das tut, was man sowieso getan hätte. Mut bedeutet, dass man sich vor Angst in die Hose macht und es trotzdem tut. Mutig ist der, der erkennt, dass er Angst hat und sich von ihr nicht aufhalten lässt.
Dabei muss man keine großen Sprünge machen. Für manche ist es mutig sich mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug zu werfen, für andere alleine zum Supermarkt zu gehen, um Lebensmittel zu kaufen. Das macht den Fallschirmspringer nicht mutiger als der Supermarkteinkäufer. Egal wie groß oder klein eine Angst ist, wer sich ihr stellt verdient Respekt und Applaus.

Es ist auch gar nicht schlimm Angst zu haben. Jeder hat vor irgendwas Angst. Und trotzdem ist es unangenehm zu sagen “Ich habe Angst vor ….”. Wie wird mein Gegenüber reagieren? Wird er mich auslachen, wenn ich ihm erzähle wovor ich mich fürchte? Wird er mich für verrückt erklären?
Es gibt Ängste die sind ganz normal, die hat jeder von uns. Niemand ist gerne einsam, oder hat keine Angst davor, dass geliebte Menschen krank werden und sterben. Ich glaube diese Ängste einen uns alle, nur sprechen wir selten darüber. Vielleicht weil sie uns traurig machen. Vielleicht weil sie zu dem Teil von uns gehören, den wir immer gerne unter unsere harten Schale verstecken, weil er uns verletzlich macht.
Und dann sind da noch die individuellen Ängste. Die Angst vor Spinnen, Viren und Bakterien, verrückten Busfahrern oder in Woody Allens Fall Erdnüssen. Ich kenne Menschen mit ganz merkwürdigen Ängsten (inklusive mir selbst). Einer hat Angst davor in seinem Garten von einem Meteoriten erschlagen zu werden. Ein anderer davor, dass der Blitz einschlagen könnte und zufällig genau sein Bett erwischt in dem er schläft. Und ich? Ich habe Angst davor alleine über dunkle Feldwege zu laufen (weil natürlich auf dem Dorf nachts um 4 Menschen in den Büschen darauf lauern mich zu erschrecken). Ich habe Angst auf den Dachboden zu gehen, weil ich nicht weiß, ob da nicht doch ein Marder wohnt, der mich dann zu Tode erschreckt (weil das die Hauptaufgabe von Mardern auf dieser Welt ist). Ich habe Angst die letzte Bahn zu verpassen und nachts auf dem Geisterbahnhof zu stranden.
Wie man sieht, sind die meisten dieser Ängste nicht logisch. Aber das interessiert die Ängste nicht, die müssen nicht logisch sein, um zu existieren. Sie wollen auch im Grunde nichts böses, sie wollen dich schützen. Vor den Gefahren, die das Leben mit sich bringt. Egal ob logisch oder unlogisch. Und mal ehrlich, wenn ich so in meine Jugend zurück denke, hat mich meine Angst auch davor bewahrt die eine oder andere riesen Dummheit zu machen. Und dafür bin ich ihr echt dankbar.

adventskalenderliebe

15-12-07-Adventskalender1

Vor ein paar Jahren meinte meine Mama aus heiterem Himmel auf einmal “Eigentlich braucht ihr ja keinen Adventskalender mehr, ihr seid ja schon groß.” Dieser Satz endete in einem Proteststurm meinerseits. Denn….wann genau ist das passiert, dass man ZU ALT für einen Adventskalender ist, wer bestimmt was ZU ALT ist und geht das überhaupt.
Ich glaube nicht… Ich glaube man ist nie zu alt für einen Adventskalender.
Ein Adventskalender bringt Freude und macht mich zumindest extrem glücklich. Außerdem gehört er unbedingt zur Adventszeit dazu, damit man sich richtig auf Weihnachten freuen kann. Denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Deshalb tausche ich seit ein paar Jahren mit meiner Mama und einer Freundin Adventskalender gegen Adventskalender. Immerhin sollen sich die Anderen ja auch freuen können.

15-12-07-Adventskalender2